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Wie der E-Commerce das Transportwesen verändert

Der Boom im Onlinehandel verändert logistische Strukturen

Ein stabiler Wachstumstrend beflügelt den E-Commerce seit langem. Immer mehr Privatkunden lassen sich ihre Einkäufe direkt nach Hause liefern. Mit Auswirkungen für die Logistikdienstleister: Sie müssen sich mit dem Endkundengeschäft vertraut machen. Profitieren können sie dabei von mobilen Apps, die ihre Fahrer und Prozesse steuern.

In einer aktuellen Auswertung hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) Zahlen für den Onlinehandel in COVID 19-Zeiten analysiert. Nach einem Rückgang im März lagen die Umsätze in Deutschland im April bei 6,82 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 17,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Eine Conclusio ist, dass sich der E-Commerce als verlässlicher Versorger und wichtiger Baustein für zeitgemäße Handelskonzepte erwiesen hat. Er verändert dabei die Steuerung logistischer Prozesse. Abwicklungen müssen schnell und transparent sein, um beim Kunden Zufriedenheit zu erzeugen. Mit der Nutzung von Drohnen, autonomen Lastwagen oder intelligenten Online-Shops sind schon viele erste Schritte in die technologische Zukunft gemacht. Diese sind aber längst noch keine verbreitete Anwenderrealität. Daher bleibt Fokus des Logistikdienstleisters, die eigenen klassischen Prozesse durch Digitalisierung zu optimieren. Vom Lager über die Rampe bis zum Fahrer auf Straße.

Es stellen sich hier also folgende Fragen:

  • Was ist die Ausgangslage und wo liegt die Herausforderung?
  • Welche Anforderungen gibt es speziell für die Logistiker?
  • Welche Lösungen braucht es?
Ausgangslage

Der Online-Handel erfordert transparente Logistikprozesse

Wer zum Beispiel heute eine Ware bestellt, erwartet die Lieferung meist am nächsten Tag, am besten kostenfrei. Das hört sich nach einem einfachen logistischen Prozess an.   Wenn etwas nicht gefällt, retourniert der Besteller die Ware einfach über die Online-Abwicklung und auf demselben Versandweg, auf dem die sie bei ihm ankam. Allerdings löst der Click auf den Bestellbutton eine Vielzahl von Prozessen aus, die wie Rädchen ineinandergreifen. Erst diese ermöglichen so etwas vermeintlich Einfaches wie die Lieferung von A nach B. Gerade der E-Commerce, mit einem hohen Volumen an gleichzeitig kleinteiligeren Sendungen, dem Erfordernis von Schnelligkeit und unkomplizierter Abwicklung und transparenter Dokumentation, benötigt eine lückenlose Zusammenarbeit der Gewerke. Die Volumina pro Lieferung nehmen ab, die Zahl der Stopps auf den Touren steigen. Verließen früher Lkw mit vollen Paletten die Lager, sind heute Halbpaletten und Päckchen die Regel. Eines ist da klar: je schneller, transparenter und effizienter die Prozesse sind, umso größer ist die Möglichkeit, Gewinnpotentiale auszuschöpfen. In einem angepassten Transport Management System (TMS) stecken Einsparpotentiale von fünf bis zehn Prozent. Hinzu kommt, dass die Endkunden nur die funktionierende Maschine sehen (wollen). Das erfordert einen sehr hohen Anspruch der ausführenden Gewerke entlang der Supply Chain an Transparenz und Zusammenarbeit: vom Händler über den Verlader bis hin zum Spediteur.

Herausforderung

Die Koordination digitalisieren

Gerade der Spediteur auf der Straße bis hin zur letzten Meile übernimmt in der Lieferkette einen elementaren Part. Ist der Besteller zufrieden, weil die Lieferung schnell ablief und flexibel koordiniert war, dann hat der Logistiker einen guten Job gemacht. Aber was braucht er, wenn er transparente, schnelle, flexible und letztlich kostengünstigere Prozesse etablieren will? Es braucht die digitale Abbildung von Prozessen, die Einbindung aller Partner in diese Abläufe und den Austausch von Daten entlang der einzelnen Prozessschritte sowie eine eingehende Datenanalyse. Und zwar in Echtzeit. Das verlangt zuerst die eigene Erkenntnis, Papier lieber in den Reißwolf zu stecken, als einem Fahrer auf eine Tour mitzugeben. Die Digitalisierung muss möglichst alle Mitmacher entlang der Supply-Chain erreichen, die über Tools, Plattformen und Netzwerke die Verfahren gemeinsam steuern.

Fazit

Durch Apps werden Logistikprozesse flexibel

Letztlich hilft dem Logistiker ein komplett digitalisierter Prozess ohne Papier, mit problemloser Kommunikation und transparenter Dokumentation. Es geht darum, Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Indem ein Fahrer via Applikation zum Beispiel durch die Arbeitsschritte vom Laden der Ware über die Fahrt bis hin zur Entladung beim Kunden oder dem Haus des Endverbrauchers geleitet wird. So kann er Schritt für Schritt das tun, was es gerade braucht. Das reduziert die Fehlerquote immens. Oder indem die Disposition eine Tour so präzise steuert, dass der Fahrer nicht zur Rush Hour über die Hauptverkehrsstraßen muss und Staus links liegenlassen kann. Falls es trotzdem einmal anders kommt, ermöglicht es ihm die Technik, den Abnehmer mit einem Touch in der App über eine Verzögerung zu informieren. Es ist genau diese intuitive Handhabung auf einem Smartphone, Tablet oder Laptop, die es uns erlaubt, das Papierzeitalter hinter uns zu lassen. Sie ist zudem Voraussetzung dafür, komplexe IT-Schulungen durch intuitives Lernen an der Aufgabe zu ersetzen. Mit solchen Werkzeugen sind Mitarbeiter für die Workflows ausgerüstet, die sie im Tagesgeschäft benötigen. Sogar ohne sie mit Wissen zu überfrachten, das sie gar nicht brauchen. Zudem geht es darum, den eigenen Workflow in die Produktivsysteme von Partnern oder Kunden einzubinden. Denn eines ist sicher: Einen Prozess allein zu steuern, mag funktionieren. Wenn aber verschiedene Workflows bei verschiedenen Gewerken aufeinandertreffen und für diverse Akteure diverse Aufgaben parat haben, potenzieren sich die Prozesse. Wäre es da nicht schön, für das alles eine App in der Hand zu halten?

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