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Ladungsdiebstahl: Langfinger mit Sensoren und Apps abschrecken

Wie Trucks und Ladungen mit elektronischem Schutz sicherer unterwegs sind

Die Risiken im Transportgeschäft sind beträchtlich: Laut Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik werden alle 20 Minuten Ladungen entwendet. Insgesamt verschwinden dabei jährlich Güter im Wert von rund 1,3 Milliarden Euro aus Lkw in Deutschland. Verluste, die rund 900 Millionen Euro Folgekosten durch Produktionsausfälle, Reparaturkosten, Umsatzeinbußen und Konventionalstrafen nach sich ziehen. Grund genug für Logistiker, wirksame Maßnahmen gegen Ladungsdiebstahl umzusetzen. Digitale Technologien mit Sensoren und Apps helfen ihnen dabei.

Wer Schäden durch den Verlust von Ladungen verhindern will, kann auf drei Ebenen ansetzen: beim Bewusstsein aller Beteiligten, bei der Sicherheit der Fahrzeuge sowie bei Überwachungs- und Nachverfolgungsmöglichkeiten. Drei Felder, auf denen sich die Risiken für Diebstähle und Folgeschäden wirkungsvoll senken lassen.
Den wichtigsten Ansatzpunkt bieten die Lkw-Fahrer. Ihr Verhalten kann sie und ihre Ladung maßgeblich vor Verbrechen schützen. Wenn sie über die Tricks krimineller Banden genau Bescheid wissen, vermeiden sie gefährliche Situationen: Fahrer sollten grundsätzlich keine Anhalter mitnehmen, sich nicht während der Fahrt von anderen Verkehrsteilnehmern stoppen lassen. Auf dem Weg zur Ladestelle ist es zudem wichtig, sich niemals von Fremden umleiten oder zur Umladung auf einen anderen Lkw bewegen zu lassen. In Pausen darf das Fahrzeug nicht unbeaufsichtigt bleiben und der Trucker sollte auch nicht über seine Ladung oder das Ziel des Transports sprechen. Nachts empfiehlt es sich, beleuchtete und überwachte Parkplätze wie zum Beispiel an Autohöfen aufzusuchen und die Notrufnummern immer bereitzuhalten.

Gefahrenabwehr

Technische Schutzmaßnahmen gegen Ladungsdiebstahl

Wenn Speditionen ihre Fahrer gut geschult haben, können sie ihnen außerdem technisch besonders gesicherte Fahrzeuge anvertrauen. Dazu gehört unter anderem der Einsatz eines Königszapfenschlosses, der einen schnellen Diebstahl des kompletten Sattelaufliegers verhindert. Darüber hinaus erschweren besonders robuste oder sogar mit Sensoren versehene Planen den Ladungsklau durch Planenschlitzen. Diese lassen sich nicht einfach mit einem Teppichmesser aufschneiden. Die elektronisch gesicherte Version macht zusätzlich mit wahlweise stillem oder lautem Alarm auf den Diebstahlversuch aufmerksam. So kann sie entweder die Einbrecher abschrecken oder direkt die Polizei alarmieren. Zudem lassen sich die Fahrzeuge mit Tank(deckel)schutz und Gaswarner ausrüsten, um Dieselklau oder ein Ausschalten des Fahrers durch Bewusstlosigkeit zu verhindern. Fahrzeuge mit Kofferaufbauten und Wechselbrücken lassen sich darüber hinaus über Sensoren an den Türen oder in digitalen Plomben für den Laderaum überwachen, die nach Scharfschalten der Alarmfunktion bei jeder unbefugten Öffnung ein akustisches Signal oder ebenfalls einen stillen Alarm auslösen. Welche Fahrzeugausstattung in der Transportbranche als hinreichend sicher angesehen wird, definieren dabei die zertifizierbaren Schutzstandards der Transported Asset Protection Association (TAPA). Eine Ausstattung mit Ortungstechnik erhöht den Schutz der Lkw und Trailer weiter.

Überwachung

Ladungsdiebstahl digital verhindern

Neben dem Einsatz von Sensoren können Frachtführer und Speditionen die Fahrzeuge über Lösungen zur Positionsbestimmung weiter absichern und es Tätern schwer machen. Beispielsweise lässt sich über ein sogenanntes Geofence-Monitoring der Diebstahl von ganzen Zügen, Anhängern oder Wechselbrücken verhindern. Dabei erhält in jedem Fall ein vordefinierter Empfängerkreis eine Benachrichtigung darüber, wenn das Gefährt den freigegebenen Bewegungskorridor verlässt. Bei Motorwagen und Sattelzugmaschinen ist sogar eine automatische Unterbrechung der Zündung positionsbasiert möglich – was den Diebstahlversuch effektiv unterbindet. Durch eine digitale Überwachung von Lkw und Frachten lassen sich so viele Ladungsdiebstähle verhindern. Gleiches gilt auch für den Kraftstoffklau. Funktankdeckel und Ultraschallsensoren melden die Einbrüche umgehend und leiten durch Signalübertragung die Abwehrmaßnahmen ein.

Verfolgung

Kriminelle aufspüren und Ladungsdiebstahl aufklären

Selbst nach einem Diebstahl bieten GPS und Ortungstechnologien den Opfern die Chance, den Schaden gering zu halten. In der Kombination zwischen Sensoren, mobilen Apps und Endgeräten sowie Onlineportalen bietet die Technologie Möglichkeiten zur:

  • Standortortung
  • Tourenverfolgung
  • Fahrtendokumentation
  • Standzeitaufnahme
  • Alarmanzeige
  • Zündunterbrechung
  • Notfallfreigabe an die Polizei

Mit dieser Ausstattung verbessern Speditionen ihre Möglichkeiten, einen Ladungsdiebstahl aufzuhalten oder aufzuklären und die Diebe zu finden. Durch eine Positionsfreigabe für die Polizei entsteht zudem die Option zur direkten Wiederbeschaffung der Ladung. Dabei können Positions- und Zustandssensoren nicht nur auf dem Weg über die Fahrzeugelektronik Daten versenden. Auch autonom übertragen sie über mobile Apps oder sogar selbsttätig alle wichtigen Informationen und verständigen einen ausgewählten Empfängerkreis. So lassen sich neben Fahrzeugen auch Ladungsträger oder sogar besonders wertvolle Frachten mit der Technologie für eine aktive Nachverfolgung ausstatten. Das verbessert die Aufklärungsquote von Ladungsdiebstahl enorm.

Fazit

Digitalisierung und mobile Apps vermindern Schäden durch Ladungsdiebstahl

Ladungsdiebstahl lohnt sich nicht. So lautet das Fazit, wenn Lkw, Trailer, Ladungsträger und Fahrer mit digitalen mobilen Technologien ausgestattet sind und die Empfehlungen der TAPA berücksichtigen. Dann machen Frachtführer und Speditionen Langfingern das Leben so schwer, dass sie kaum zum Erfolg kommen können. Wer auch organisierte Kriminalität verhindern will, muss sämtliche technischen Möglichkeiten ausreizen, um größtmögliche Sicherheit zu erreichen. Dann sollten Kameraüberwachung der Lkw und Trailer sowie der Fahrzeuge die technische Ausstattung mit Sensoren und Ortungstechnologien ergänzen. In jedem Fall vermindert der Abschreckungseffekt das Gefahrenpotenzial erheblich.

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