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Elektro-Lkw im Alltag: Eine Frage der Disposition

Wie sich batteriegetriebene Fahrzeuge im Speditionseinsatz bewähren

Elektro-Lkw laufen leise, sparen Energie und fahren lokal (fast völlig) emissionsfrei. Und wenn sie beschleunigen, hängen sie Diesel-Pendants mühelos ab, weil sie ohne Pause durchziehen und das gesamte Drehmoment ununterbrochen zur Verfügung steht. Dass sie nicht längst schon flächendeckend im Einsatz sind, liegt momentan vor allem an der Kapazität ihrer Batterien in Kilowattstunden (kWh), der damit verbundenen Reichweite in Kilometern – und dem Kaufpreis. Drei Faktoren, die durch eine geschickte Disposition kaum ins Gewicht fallen.

Für einen Fernverkehr-Transport mit 25 Tonnen Warengewicht auf der Strecke München-Flensburg wird derzeit keine Spedition einen Elektro-Lkw einplanen. Zu eindeutig stehen zentrale Fahrzeugeigenschaften einem effizienten Einsatz entgegen. Fahrtunterbrechungen mit langen Standzeiten zum Wiederaufladen der Akkus währen unvermeidlich. Ganz abgesehen davon, dass bislang kaum Elektrofahrzeuge zugelassen sind, die eine so hohe Nutzlast überhaupt bewegen können. Unternehmen, die ausschließlich solche Fernverkehrsaufgaben mit ihrer Fahrzeugflotte bewältigen müssen, können derzeit noch nicht sinnvoll auf Elektro-Trucks setzen. Gänzlich anders liegt der Fall, wenn Aufträge, Mengen und die Verteilung der Stopps zur Leistung der Fahrzeuge und ihrer Reichweite passen. Dann wird der effiziente und wirtschaftliche Betrieb der Fahrzeuge zur Aufgabe der Disposition. Sie muss die folgenden Parameter bei der Planung berücksichtigen und zur Grundlage der Entscheidungen über die Tourenvergabe machen:

  • Fahrtstrecke
  • Höhenprofil
  • Geschwindigkeit
  • Beschleunigung
  • Beladung
  • Außentemperatur
  • Fahrzeugreichweite

Wenn der Disponent diese Faktoren in einen optimalen Abgleich bringt, ist es auch auf dem derzeitigen Stand der Entwicklung bereits möglich, Elektro-Lkw kostengünstig im Sinne der Gesamtkostenbetrachtung (TCO) zu betreiben.

Voraussetzungen

Passende Aufträge disponieren

In welchen Bereichen der Logistik Elektro-Lkw bereits die passende Transportlösung darstellen, hängt neben den Eigenschaften der Fahrzeuge vor allem vom Energiemanagement ab. Reichweite und Energieverbrauch zu zentralen Kriterien der Planung zu machen, gehört zu den künftigen Anforderungen an die Disposition. Deshalb unterstützen bereits erste Hersteller Fuhrparkverantwortliche und Disponenten mit Apps, die den Einsatz ihrer Lkw analysieren. Ihre Analyseergebnisse bilden die Basis dafür die passenden Güter, Strecken und Aufträge zu identifizieren, die sich für den Einsatz von Elektro-Trucks eigenen. Dafür protokollieren sie unter anderem die Ist-Daten der aktuellen Touren anhand der Fahrzeugtelematik. Darüber hinaus können sie auch den Beladungszustand und die Außentemperatur bei der Berechnung von Stromverbrauch und Reichweite einkalkulieren. Eine möglichst präzise Reichweitenermittlung hat für Disponenten also immer größere Bedeutung. Schließlich müssen sie unter anderem bei kurzfristig eintreffenden Abholaufträgen auch einschätzen können, ob die Restreichweite noch bis zum Ziel genügt.

Lösungen

Spezialsoftware für Disponenten

Zu den Lösungen, die speziell für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in der Logistik entwickelt wurden, gehören Navigationsapps, die das Streckenprofil und den dafür erforderlichen Energiebedarf der Fahrzeuge bei der Routenberechnung berücksichtigen. So können die Dienstleister sie auf solchen Etappen entlang der Wertschöpfungskette einsetzen, die ihren Eigenschaften entsprechen, und damit ihre Ressourcen optimal nutzen. In Lager-zu-Lager-Verkehren oder Werksverkehren für die Produktion verfügen sie beispielsweise über Prozesse mit geeigneten Rahmenbedingungen, um das Potenzial zu heben. Zudem laufen die Elektromotoren deutlich verschleißärmer als Verbrenner. Zusätzlich kann an den Endpunkten fester Routen die benötigte Ladeinfrastruktur geschaffen werden. Im Nahverkehr von Speditionen lassen sich darüber hinaus anhand der Reichweitenberechnung Verteilertouren mit den passenden Stopps einrichten. So wird etwa die Nutzung von Elektro-Lkw für Stückgutsendungen möglich. Mit Apps, die den Live-Status der Touren im aktuellen Einsatz überwachen, stellen die Logistikdienstleister sicher, dass sie ihre Aufträge erfüllen können.

Fazit

Die Disposition von Elektro-Lkw gelingt nur durch Digitalisierung

Seit einigen Jahren können immer mehr Unternehmen aus vielen Bereichen der Logistik Elektro-Lkw wirtschaftlich einsetzen. Damit ihnen das gelingt, benötigen sie Software und Apps, mit denen sie die Nutzung dieser Ressourcen optimieren können. Diese Lösungen erlauben es der Disposition, Kosten zu senken, indem sie Aufträge, die Verteilung der Stopps entlang der Touren und die Anordnung der Ladeinfrastruktur perfekt in Einklang bringt. Für einen sinnvollen und zielführenden Einsatz von Elektro-Lkw stellt die Digitalisierung der Branche die benötigten Mittel bereit.

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